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Von – 9. Oktober 2013

Mehr Grün fürs Nordend

Auch an der Wartburgkirche gibt es jetzt „Urban Gardening“

Pfarrer Thomas Diemer beim Gießen: Für ihr Urban-Gardening-Projekt sucht die Wartburggemeinde in der Hartmann-Ibach-Straße noch Freiwillige. Foto: Ilona Surrey

Pfarrer Thomas Diemer beim Gießen: Für ihr Urban-Gardening-Projekt sucht die Wartburggemeinde in der Hartmann-Ibach-Straße noch Freiwillige. Foto: Ilona Surrey

Ein halbrundes Beet, umgrenzt von Baumstämmen. Ringe aus Steinen, die einen kleinen Kräutergarten schützen. Bohnenranken, die raue Fichtenstämmchen aus dem Spessart hinaufklettern: Wer von außen durch den Zaun des Kirchhofs der Wartburggemeinde schaut, erblickt eine Idylle in Miniatur.

Ringsum wachsen und blühen Tomaten, Rosenkohl, Salbei, Radieschen, Tränendes Herz, Echinacea, Minze, wilder Wein. Den neuen Kirchgarten der Wartburggemeinde an der Hartmann-Ibach-Straße im Nordend hat der Architekt Kai Janssen mit viel Liebe zum Detail geplant. Passantinnen recken die Köpfe, und wer eine summende Biene erblickt und ihren Weg mit den Augen verfolgt, sieht sie mit ziemlicher Sicherheit in Richtung Glockenturm verschwinden. Dort befindet sich bereits seit längerem ein Kilo Honig aus dem eigenen Kirchturm kann die Gemeinde jedes Jahr verkaufen.

Igel haben den Garten bereits in kürzester Zeit entdeckt und erobert, manchmal gibt sich ein Waldkauz die Ehre, ein Marder hat sich ebenfalls häuslich eingerichtet. Grünfinken gibt es auch. „Wir haben das Glück, für eine Innenstadtgemeinde ein ungewöhnlich großes Außengelände zu haben“, sagt Pfarrer Thomas Diemer, während er mit einem Gartenschlauch Wasser auf die Pflanzen prasseln lässt. „Ein echter Segen, mit dem wir lange viel zu wenig angefangen haben.“ Neulich hat er im Garten einen Specht gesehen: „Das hat mir großen Spaß gemacht.“

Früher war das Grundstück Brachland, nur als Durchgangsweg zur Kirchwiese gedacht. Das hat sich nun geändert. Anfang Juli wurde der neue Garten mit einem Gottesdienst eröffnet. „Urban Gardening“ liegt im Trend. Großstädter bepflanzen in Eigenregie Verkehrsinseln und Gemeinschaftsbeete auf Dachterrassen, sie teilen sich Kleingärten und tauschen sich beim U-Bahn-Fahren über Tipps zur Zucchinizucht aus.

Auch der Garten der Wartburggemeinde ist ein solches Gemeinschaftsprojekt: Ein engagiertes Team führt hier Regie, ehrenamtliche Patinnen und Paten kümmern sich um alles, was hier wächst. Auch die Krippen- und Kindergartenkinder sollen ein eigenes Beet bekommen. „Wir wollen aktiv zur Lebensqualität im Stadtteil beitragen, eine Grünzone schaffen, so etwas wie eine Arche Wartburg“, sagt Diemer. An der Gartenpflege wollen sich bald Schülerinnen und Schüler der nahen IGS Nordend beteiligen.

Die Gemeinde sucht noch Menschen, die bereit sind, bei der Pflege mitzuhelfen. Patenschaften können für einzelne Pflanzen, gemeinsam mit anderen für ein Beet oder auch für die abendliche Bewässerung übernommen werden. Jede Hilfe, ganz gleich, ob regelmäßig oder sporadisch, ob zeitintensiv oder in kleinen Lücken des Alltags, ist willkommen. Wer Interesse hat, kann sich im Pfarramt unter der Rufnummer 94592546 melden. Am 22. Oktober zeigt die Gemeinde den Film „Der Geist des Bienenstocks“. Infos dazu ebenfalls im Pfarramt.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 9. Oktober 2013 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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Anne Lemhöfer interessiert sich als Journalistin und Autorin vor allem für die Themen Kultur, Freizeit und Gesellschaft: www.annelemhoefer.de.