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Von – 15. Januar 2014

Die Romantik darf man nicht „romantisieren“

Das in Frankfurt geplante Deutsche Romantik-Museum kann nach Worten der Kulturbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland, Petra Bahr, eine „großartige Sache“ werden. Voraussetzung sei jedoch, dass „damit nicht die Romantik romantisiert wird“.

Foto: EKD

Petra Bahr ist Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland. Foto: EKD

Ein Museum müsse die Modernitätskritik der Romantiker aufgreifen, ebenso ihr oft intensives Verhältnis zur Religion, sagte Bahr in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst.

Viele der damaligen Fragen würden heute immer noch diskutiert: „Die Romantiker haben die Kritik an der Moderne, an einer durchrationalisierten Welt und der Ökonomisierung aller Lebensbereiche vorweggenommen.“ Auch die „Sehnsucht nach Europa“ und nach der Überwindung nationalstaatlicher Enge sei damals bereits geweckt worden. Allerdings seien auch Wünsche nach einer Führerfigur, nach einem „erhabenen Souverän“ entwickelt worden. Diese Ambivalenz müsse deutlich werden.

Besonders in der Frühromantik seien auch wichtige Impulse für das Nachdenken über Religion gegeben worden. So sei der protestantische Theologe Friedrich Schleiermacher (1768–1834) ein berühmter Frühromantiker gewesen. Sein Begriff von der Religion als „Gefühl schlechthinniger Abhängigkeit“ und „Sinn und Geschmack für das Unendliche“ habe heute noch Geltung. Die Romantiker hätten zudem Aspekte moderner Lebensführung thematisiert, die heute noch eine Rolle spielen, etwa die Liebe jenseits der Ehe, erklärte die Theologin.

Das Romantik-Museum soll an das Goethehaus angegliedert werden, das bereits wertvolle Handschriften von Dichtern wie Eichendorff, Brentano oder Novalis besitzt. Entsprechende Pläne werden von Bund und Land unterstützt. Noch sind aber die Kosten von 16 Millionen Euro nicht gedeckt. Dem Freien Deutschen Hochstift als Träger fehlen nach eigenen Angaben noch rund 1,8 Millionen Euro an Spenden. Die Stadt Frankfurt hat unterdessen aber zugesichert, einen möglichen Fehlbetrag tragen zu wollen.

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Beitrag von , veröffentlicht am 15. Januar 2014 in der Rubrik Kultur, erschienen in der Ausgabe .

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