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Von – 30. Juli 2013

Singen und Bauen verbindet Nied

3300 Mitglieder hat die Gemeinde, die vor vier Jahren aus der Fusion von Apostel- und Christuskirchengemeinde hervorgegangen ist. Die Nieder Bevölkerung ist so vielfältig, wie man es in Frankfurt selten an einem Ort findet.

Besprechen Umbaupläne (v.l.n.r.): Peter Hasselbach, Vorsitzender des Bau-Ausschusses, Pfarrerin Charlotte von Winterfeld, Herbert Föth, ebenfalls vom Bau-Ausschuss, und der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Hans-Joachim Buley. Foto: Rolf Oeser

Besprechen Umbaupläne (v.l.n.r.): Peter Hasselbach, Vorsitzender des Bau-Ausschusses, Pfarrerin Charlotte von Winterfeld, Herbert Föth, ebenfalls vom Bau-Ausschuss, und der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Hans-Joachim Buley. Foto: Rolf Oeser

Wer nicht hier wohnt, ist meist auf der Durchreise, denn der Stadtteil liegt zwischen den Flüssen Main und Nidda an der Mainzer Landstraße, die Frankfurter Westen und Innenstadt miteinander verbindet. Für rund 18 000 Menschen ist Nied aber Heimat, und jeder von ihnen wüsste sicher zu sagen, warum es sich hier anzuhalten lohnte.

Hans-Joachim Buley ist einer von ihnen, und auch er weiß genau, warum er seit einigen Jahrzehnten nicht nur in Nied glücklich, sondern auch Vorsitzender des Kirchenvorstands der evangelischen Gemeinde ist. „Wir sind eine sehr aktive Gemeinde, viele Mitglieder jeden Alters engagieren sich in Gruppen, unsere Konfirmandenkurse sind voll, die Jugendgruppen halten sich seit langer Zeit, worauf wir sehr stolz sind.“

3300 Mitglieder hat die Gemeinde, die vor vier Jahren aus der Fusion von Apostel- und Christuskirchengemeinde hervorgegangen ist. Die Nieder Bevölkerung ist so vielfältig, wie man es in Frankfurt selten an einem Ort findet, das lassen allein die Wohnlagen erkennen: Da ist die pittoreske Eisenbahnersiedlung nahe des kleinen Wäldchens im Norden, da sind die Villen an der oberen Oeserstraße, da ist weiter östlich das gediegene Neubaugebiet, da sind die schmalen Backsteinhäuser des alten Ortskerns, und da sind die Häuserblocks im Süden nahe der Schwanheimer Brücke.

Wie schafft es die Gemeinde eines so zersplitterten Stadtteils trotzdem, alle Mitglieder zu integrieren? Aktuell schweißt eine ambitionierte Baumaßnahme die Protestanten aus allen Ecken Nieds zusammen, sagt Pfarrerin Charlotte von Winterfeld: Ein Gemeindesaal und ein Gemeindezentrum sollen in Zukunft aufgegeben werden, daher bekommt die Apostelkirche einen Anbau für Veranstaltungen aller Art, der durch eine Glasfassade mit Schiebetür mit dem Kirchenraum verbunden werden kann. An der Finanzierung beteiligen sich sämtliche Gemeindegruppen, indem sie auf fantasievolle Art Spenden einwerben: Die 360 Kinder der vier Kindertagesstätten haben Kirchenplätzchen für den Verkauf gebacken, die Konfirmandinnen und Konfirmanden Blumentöpfe bemalt, der Pop- und Jazzchor „PopChorN“ ein Benefizkonzert gegeben, und alle Kindergruppen haben gemeinsam ein großes Wandtuch gestaltet für den Saal, in dem während des Umbaus die Gottesdienste stattfinden. Der Kirchenvorstand hat sogar ein selbst geschriebenes Theaterstück aufgeführt.

Die zweite Antwort auf die Frage, wie die Nieder Gemeindemitglieder zusammenfinden, lautet sicher: beim Singen. Denn für ihre Chöre sind die Nieder weit über die Grenzen des Dekanats Höchst hinaus bekannt. Mit dem Kantor und Chorleiter Reiner Genz ist einer der drei hauptamtlichen Kirchenmusiker des Dekanats in Nied ansässig. Teils aus Sängerinnen und Sängern mit professioneller Ausbildung besteht der hochgerühmte Kammerchor, dekanatsweit eingesetzt wird der Pop- und Jazzchor, und dann gibt es sowohl einen Männer- als auch einen Kinderchor, der sogar anspruchsvolle Musicals einübt.

Alles gute Gründe, auf der Durchreise einfach mal anzuhalten.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 30. Juli 2013 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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Anne Lemhöfer interessiert sich als Journalistin und Autorin vor allem für die Themen Kultur, Freizeit und Gesellschaft: www.annelemhoefer.de.

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